Karma – Reinkarnation

und

ERLÖSUNG




Gesetz – Karma und Erlösung

Allen Religionen und spirituellen Wegen ist das Streben nach Vervollkommnung und das Annähern an das Wesen Gottes gemein. Die Religionen der Menschheit gleichen Händen, die sich sehnsuchtsvoll nach oben strecken, in der Hoffnung einen ewigen Halt zu finden. Doch immer wieder sinken die Hände der Massen müde und leer hinunter, unfähig einen dauerhaften Halt zu finden. In dieser Not der Menschheit hat Gott von oben her Seine Hand zu uns ausgestreckt, um uns mit Seiner Kraft zu ziehen und zu befreien.
Im Vergleich mit anderen Religionen oder esoterischen Heilswegen, fällt das Christentum durch einen ausgeprägten Gnadengedanken und das Erlösungsangebot Gottes aus der Reihe. Während bei den anderen Heilswegen meistens die Eigenanstrengungen und guten Werke zur Erreichung höherer, geistiger Sphären im Vordergrund stehen, scheint das Christentum hier einen anderen Weg zu gehen. Stellen wir uns einmal die Frage: Haben alle Religionen und Heilswege wirklich das gleiche Ziel, oder das gleiche Gottverständnis? Führen auch hier alle Wege in den gleichen Himmel und ist die Verschiedenheit der Religionen nur Ausdruck der unterschiedlichen Kulturen in denen sie entstanden sind? So es ein mächtiges, liebe- und weisheitsvolles Wesen gibt, welches allgegenwärtig der Urgrund allen Lebens ist, so können wir davon ausgehen, dass Ihm dieses unser Leben, das Es aus Sich schuf, nicht gleichgültig ist. Alle Kulturen glauben in irgendeiner Form an die Existenz dieses höheren Wesens, mögen sie es auch in unterschiedliche Bilder kleiden und Ihm unterschiedliche Namen gegeben. Nennen wir Es bei seinem gängigsten Namen GOTT!
Durch die Existenz Gottes bekommt alles Leben einen höheren Sinn und gleichzeitig ein erhaben hohes Ziel. Das Ziel des Lebens in allen seinen Erscheinungs- und Ausdrucksformen kann nur Gott Selbst sein, von Dem alles seinen Anfang nahm. So aber das Leben sich in einer permanenten Entwicklung und Veränderung befindet, so befindet sich sowohl der Einzelne, wie auch die gesamte Menschheit in einem ständigen Entwicklungsprozess. Das äußere Merkmal dieses Prozesses zeigt sich z.B. im technischen Fortschritt mit allen seinen Errungenschaften. Wie sieht jedoch der geistige Entwicklungsprozess aus und woran lässt er sich erkennen? Der geistige Entwicklungsprozess drückt sich in der Religion und den spirituellen Bemühungen der Menschheit aus. (Hält diese geistige Entwicklung nicht mit der technischen und allgemein materiellen Entwicklung Schritt, so kommt es zu einem gefährlichen Ungleichgewicht, meist mit verheerenden Folgen.) So ist auch eine Religion niemals ein starres, unveränderliches System, das einmal gegeben, für alle Zeiten gültig sein kann. Religionen, die man durch starre Gesetze und Gebote einschnürt, werden zur Qual derjenigen Menschen, für die sie doch eigentlich Befreiung und Lebensfreude bringen sollen. Darum ist es fatal, die von Gott ausgehenden Erneuerungen der Religion nicht zu beachten oder zu akzeptieren, weil man glaubt, in Ewigkeit an den alten Formen und Wegen festhalten zu müssen. Re-Ligio bedeutet „Rückweg zum Einen“, Rückweg zu Gott. Gott wird den Weg zu Ihm zurück immer wieder neu gestalten und neu ausschildern, entsprechend dem Aufnahmevermögen der sich entwickelnden Menschheit. So kommen wir z.B. bei der Gegenüberstellung des Heilsweges des Alten Bundes mit dem Neuen Bund zu ganz neuen Erkenntnissen und Einsichten über das Wesen Gottes und eine gottgewollte Lebensführung. Das was im Alten Bund noch richtig und notwendig war, ist im Neuen Bund oft nicht mehr berücksichtigt oder gefordert (dazu später noch mehr).

Wir können die geistige Entwicklung des Einzelnen, sowie der ganzen Menschheit mit einem heranwachsenden Menschen vergleichen, der entsprechend seinem Alter eine ihm verträgliche Nahrung erhält. Der Säugling wird anders ernährt als der Heranwachsende, oder als es schließlich der erwachsene Mensch tut. Im entsprechenden Verhältnis ist auch das Wesen der Religion zu betrachten, wenn sie auf göttlichen Offenbarungen fußt. Gott offenbarte sich der Menschheit im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte immer wieder auf vielfältige Weise, um Seinen Bund mit den Menschen zu erneuern und zu bestätigen. Vor allem aber, um Sein eigenes Wesen und Seine eigenen Absichten mit uns umfassender zu offenbaren. So kam das Wesen Gottes vor 2000 Jahren in Jesus Christus zu den Menschen, um Sich uns klarer zu offenbaren und eine Erneuerung der Religion zu verkünden! Im Folgenden soll dieser Neubeginn der Beziehung zwischen Gott und Mensch verdeutlicht werden.

Das (Karma) Gesetz

Jede Handlung die ein Mensch begeht, zieht eine der Handlung entsprechende Folge nach sich. Diese Folge oder Ernte unserer Taten, wird uns oft schon hier in unserem aktuellen Erdenleben, auf jeden Fall aber in der jenseitigen Welt ereilen. Alles was wir denken, sagen und tun hat eine geistig, gesetzmäßige Folge und kommt zu uns zurück; das Gute wie das Schlechte. Dieses unabänderliche Gesetz, welches jeder Handlung unterschoben ist wird uns in den Religionen oft in Gleichnissen und Bildern von Verdienst (Paradies, Nirwana, Abrahams Schoß usw.) oder Strafe (Hölle, Fegefeuer, Leiden und Qualen) vorgestellt. Dies alles sind Bilder oder Entsprechungen von geistigen Wirklichkeiten, oder geistigen Zuständen, in welchen sich ein Mensch schon in diesem Leben befinden kann. Paradies und Hölle sind in erster Linie Bewusstseinszustände, in denen sich die Seele schon hier auf der Erde befinden kann und erst in zweiter Linie Örtlichkeiten. Himmel und Hölle sind oft in unseren Herzen und werden erst daraus zu unserer Lebenswelt, auch im Jenseits. Niemand wird nach seinem Tod in einen anderen Himmel/in eine andere Hölle eintreten als in jenen/jene, welchen/welche er in seinem Herzen trägt!

Das Leben ist von Gott in einer weisen Ordnung so eingerichtet, dass jede Handlung, jedes Wort, ja sogar jeder Gedanke (ob gut oder böse), irgendwann einmal auf uns selbst zurückfällt und uns entsprechendes Leid oder Freude beschert. Nur auf diesem Wege ist es dem Menschen möglich aus seinen Erfahrungen folgerichtige Schlüsse und Verhaltensweisen zu entwickeln. Dieses universelle, geistige Gesetz ist in allen Religionen bekannt. Die Hindus nennen es „Karmagesetz“, das Gesetz von Ursache und Wirkung. So wie uns die Staatsgesetze in bestimmte Bahnen oder Verhaltensweisen lenken wollen, damit es uns und

Wenn ein kleines Kind zum ersten mal mit Feuer in Kontakt kommt und sich verbrennt, so weiß es für seinen weiteren Lebensweg das Feuer und seine brennende Eigenschaft einzuordnen und sich im Umgang mit Feuer entsprechend zu verhalten. Was wäre aber mit unserem Leben, so das Feuer einmal brennen würde und ein anderes Mal nicht. Was, wenn der Stein nicht immer zu Boden fallen würde, oder das Wasser nicht immer löschen würde, sondern alles seine Eigenschaften ständig verändern und wechseln würde? Wir könnten unserem Leben keinerlei Ordnung und Richtung geben, sondern alles wäre in einem ständigen Chaos den Zufällen des Augenblickes ausgeliefert. Wir sehen, die ehern festgestellten göttlichen Lebens- oder Ordnungsgesetze müssen unabänderlich für alle Geschöpfe feststehen, um das Leben in seiner Entwicklung möglich und berechenbar zu machen und so erst zu garantieren. So wie es auf der einen Seite naturmäßige Gesetzmäßigkeiten für das äußere Leben geben muss, so gibt es auf der anderen Seite auch geistige Gesetzmäßigkeiten, um uns eine geistige Entwicklung zu ermöglichen. Das Zuwiderhandeln gegen die naturmäßigen, wie auch geistigen Lebensgesetze zieht immer eine gesetzmäßige Korrektur oder Neuausrichtung nach sich. Neuausrichtung bedeutet: Neu an der göttlichen Lebensordnung ausgerichtet werden! Wenn sich ein Volk, oder gar die ganze Menschheit mehr und mehr von der Ordnung, die allen Dingen zu Grunde liegt entfernt, kann man davon ausgehen, dass diesem Fehlverhalten – entsprechend dem Gesetz von Ursache und Wirkung – ein Gericht auf dem Fuße folgt. Dies erleben wir zur Zeit z.B. in Form von zunehmenden Naturkatastrophen, die sich auf unserem Planeten in immer kürzeren Intervallen zeigen. Sie offenbaren unser Fehlverhalten gegenüber den Naturgesetzen, die in unserer materiellen Umwelt verankert sind.
Neben diesen äußeren, naturmäßigen Gerichten, welche sich über ganzen Völkern auftun können, gibt es jedoch auch geistige Gerichte. Diese können sowohl den Einzelnen betreffen, als auch ganze Völker. Jeder Mensch erfährt während seines Lebens immer wieder solche Gerichte oder Neu–aus–richtungen, wenn er sich zu weit von der göttlichen Schöpfungs- und Lebensordnung entfernt. Dann werden wir oft durch äußere Ereignisse überrascht, welche unser Leben in eine neue Richtung führen wollen. Diese „Überraschungen des Lebens“, die wir aus Unkenntnis der Zusammenhänge oft als „Un-Glück“ bezeichnen können wir vermeiden, wenn wir unser Leben „freiwillig“ nach der göttlichen Lebensordnung ausrichten. Hierzu müssen wir diese Lebensgesetze allerdings kennen. Sie sind in den zehn Geboten der Bibel enthalten. Diese Gebote Gottes enthalten sowohl eine naturmäßige, wie auch eine geistige Bezugsebene.

Das sogenannte Karmagesetz –das Gesetz von Ursache und Wirkung – ist das wahr erkannte, geistige Lebensgesetz, das für einen jeden Menschen und alle Völker Gültigkeit hat. Was du säst, das wirst du ernten! Dieses Gesetz ist gerecht, da es jeden gleich stellt und gleich behandelt. Moses erhielt dieses Gesetz durch eine göttliche Offenbarungen und legte aus ihm dem Volke Israel ein ausgefeiltes, fast alle Lebensbereiche abdeckendes Verhaltensreglement auf. Über die genaue Beachtung naturmäßiger und geistiger Regeln und Gesetze, sollte das Volk Israel gereinigt und vom damaligen Götzen- und Vielgöttertum der Heiden isoliert werden. Nur so konnte es dereinst „als Volk Gottes“ den Messias und Erlöser der Welt hervorbringen. Das Volk der Juden hat sich also seit Moses streng unter dem Gesetz bewegt, um nicht in einer heidnischen Umwelt unterzugehen und den Eingottglauben zu verlieren. Vor diesem Hintergrund ist auch das mosaische Gesetz in der Weisheit und Liebe begründet, auch wenn es noch starr und geschnürt war und wenig Freiraum für den Einzelnen bot. Doch in dieser Entwicklungsphase der Menschheit war es die richtige Nahrung. Denn in der Erziehung der Kinder herrschen andere Gesetze und Regeln als in der Führung von Heranwachsenden, oder mündigen Menschen. Das Kind muss in seinem Unverstand noch in strengen Regeln geführt werden, deren Sinn es oft nicht sehen kann. Der Heranwachsende Mensch braucht aber mehr Freiheit und Eigenverantwortung, um nach seiner Einsicht das freiwillig und bewusst zu vollbringen, was er unter dem Gesetz noch gebunden zu tun verpflichtet war.

  

Der Reinkarnationsgedanke

Auf der Grundlage des Karma-Gesetzes entwickelte der Hinduismus und Buddhismus die Reinkarnationslehre. Sie besagt, dass ein jeder Mensch die Schulden/Sünden, die er in einem Leben durch das zuwiderhandeln gegen die göttliche Lebensordnung anhäuft, in einem nächsten Leben durch Ausleiden, oder gute Taten wieder abtragen muss. Die Vertreter dieser Religionen erkannten, der Mensch ist unentrinnbar dem Gesetz unterworfen und alles wird auf ihn zurück fallen, was er von sich gibt!
In einer menschlich bedingten Erkenntnissphäre folgerte man unter anderem daraus, dass der Mensch nicht in einem einzigen Leben sein Karma neutralisieren kann, zumal man sich in jedem neuen Leben zusätzlich mit neuer Schuld belastet. So kam es zur Lehre vom sich unentwegt drehenden Rad des Lebens, an das der Mensch durch Tod und Wiedergeburt/Reinkarnation unentrinnbar gebunden ist. Die Lehre der „Regel-Reinkarnation“, zählt heute auch im Westen viele Anhänger. Sie besagt, dass man gesetzmäßig immer wieder ein neues Erdenleben durchleben muss, bis alle Schuld getilgt und Heiligkeit oder Befreiung vom Rad des Lebens erlangt ist. Man spricht in den klassischen Schriften der Hindus und Buddhisten von einigen Tausend Wiedergeburten, bis man dem Rad des Lebens entronnen ist.
Die Reinkarnationslehre gibt auf den ersten Blick scheinbar befriedigende Antworten auf die Frage nach dem Sinn und dem woher und wohin des Lebens. Wenn man aber einmal die verschiedenen Punkte dieser Lehre konsequent zu Ende denkt, so wird ersichtlich, dass eine Muss- oder Regelreinkarnation zwecks Selbsterlösung unmöglich ein geeignetes Mittel zur Erlösung oder zur Wiedervergeistigung der Menschheit und der gefallenen Schöpfung, in der wir leben, sein kann. Denn die negativen Gedanken, Worte und Taten überwiegen beim größten Teil der Menschen, in jedem Leben die guten um ein Vielfaches, woraus sich letztlich eine hoffnungslose und unentrinnbares Todesspirale gestalten würde, welche das Leben auf der Erde immer weiter nach unten ziehen würde. Mögen wir nach unserem eigenen Maßstäben auch das Gefühl haben, kein schlechter Mensch zu sein „ Ich tue doch keinem etwas Böses“, so ist der Maßstab Gottes hier doch ein anderer. Wäre die Regel-Reinkarnation ein geeignetes Mittel zur Vergeistigung der Menschheit, müsste sich gesetzesbedingt über die Jahrtausende eine positive Auswirkung dieses Vergeistigungsprozesses an der Geschichte der Menschheit ablesen lassen. Jedoch genau das Gegenteil ist der Fall! Die Menschheit war nie tiefer im Materialismus, in Aggressivität, im Egoismus und in Stolz und Hochmut gefangen als heute. Wir leben gerade in den westlichen Ländern ohne Gewissensbisse alle Formen der Sünde und des Egoismus mit Genuss aus und fallen dadurch mehr und mehr in den geistigen Tod unserer Seelen.
Es ist absurd, der Weisheit Gottes zur Verwirklichung Seines großen Schöpfungszieles keine anderen Möglichkeiten zuzutrauen, als die der Regel-Reinkarnation. Ein jeder Mensch kann nach seinem Ableben von dieser Erde im jenseitigen geistigen Reich, in welchem das karmische Gesetz von Ursache und Wirkung erst zur unverhüllten Auswirkung kommt, durch die einzelnen Läuterungswelten seiner weiteren Vollendung entgegenschreiten. Warum kommt im Jenseits das Gesetz von Ursache und Wirkung erst zur unverhüllten Auswirkung? Weil eine jede Seele dort das ernten wird, was sie hier gesät hat! Sie tritt quasi in jene Welt ein, die sie sich hier im geistigen Herzen – im Innersten – gebildet hat. Hier ist keine Scheinheiligkeit, keine Täuschung mehr möglich, sondern jedem wird der Spiegel seines wirklichen Wesens in Form seiner geistigen Umwelt vor Augen gestellt. Hier wird sich so mancher der sich auf Erden aufgebläht selbst erhöht hat erniedrigt werden und so mancher, der in demütiger Bescheidenheit sein Leben vor Gott gelebt hat erhöht werden.
Die materielle Schöpfungswelt ist nur eine der Möglichkeiten zur geistigen Entwicklung. Jesus sagte: „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen!“ Die Wohnungen/Welten der geistigen Schöpfungen sind für deren Bewohner genauso real wie für uns unsere eigene materielle Lebens- und Erfahrungswelt. Sie haben ihre Landschaften, Städte und Siedlungen und auch sie haben das große, geistige Lebensziel, dereinst in das Reich der Himmel aufgenommen zu werden. All diese Sphären stehen uns entsprechend unserem inneren Streben und unseren Neigungen für unsere weitere Entwicklung und Läuterung offen, nachdem wir den schweren Erdenleib abgelegt haben. Hier werden wir ernten, was wir auf Erden gesät haben!
Wir sollten lernen über den Tellerrand der materiellen Schöpfungsebene hinaus zu blicken, um das Ausmaß der Schöpfungen Gottes und damit verbunden, des Erlösungsplanes Gottes und unsere hohe Berufung zu begreifen! Denn wir sind von Gott bestimmt und aufgerufen, in eine Vater–Kindbeziehung mit Ihm einzutreten. Ja, wir sind berufen vollkommene Söhne und Töchter des großen Schöpfergottes zu werden, um mit Ihm Seine vielfältigen Schöpfungen zu lenken und ihrem Ziel entgegen zu führen. Unser derzeitiger kleiner, irdisch-materieller Tellerrand ist nicht der Horizont der geistigen Schöpfungen Gottes und unserer Berufung!
Die grundlegenden Irrtümer der östlichen Reinkarnationslehre beruhen auf folgenden Punkten:

  1. Auf einer unzureichenden Erkenntnis der jenseitigen Läuterungswelten oder Lebenssphären.
  2. Auf der Nichterkenntnis des Urfalls Luzifers, aus dem in der Folge als ein Gnadenakt Gottes, die materielle Schöpfung gestaltet wurde. Erst aus diesem Fall in der Geisterwelt wurde der Sündenfall in der materiellen Welt möglich. Dieser Urfall ist der Grund der Gottgetrenntheit und die Wurzel aller Sünden und Verirrungen. Eine Urschuld, unter der wir alle leben und die kein Mensch aufzuheben im Stande ist!
  3. Auf der Meinung, individuelles Bewusst- und Personsein ist nur in Verbindung mit der Materie möglich und man könne nur auf der Erde oder einem anderen Planeten geistigen Fortschritt machen und sich durch Ableiden und Neutralisieren der eigenen Sündenschuld selbst erlösen; also sein schlechtes Karma tilgen.

Die Anschauung Gottes, als einer stummen Gesetzmäßigkeit, der jeglicher wesenhafte und personelle Aspekt fehlt, lässt keine wirkliche Nähe und Wärme zu. Gott ist kein gesetzmäßig funktionierendes, stummes Uhr- oder Räderwerk, sondern ein liebevolles, all Seine Schöpfungen liebendes Wesen mit einem Seinszentrum, aus welchem alles Leben hervorgeht. Solange man Gott nicht als ein Wesen erfasst, welches sich auch mit den Eigenschaften der Liebe, Weisheit und Empfindung, oder Emotionalität identifiziert, ist der Zugang zu seinem Herzen, durch unser Herz noch verschlossen. Diese große, an die gesamte Menschheit gerichtete Botschaft und Bewusstseinserweiterung, brachte Jesus Christus uns vor 2000 Jahren! In den Worten Gottes, „Ihr sollt Mich Abba nennen“ trat das Gottwesen in Seinem väterlichen Seinsaspekt in unser geistiges Blickfeld. In und durch Jesus Christus wurde der Menschheit ein anderes, als das bis dahin allgemein gültige Gottesbild gezeichnet. Er offenbarte der Menschheit, dass Gott nicht ein stummes kosmisches Gesetz, oder ein strenger, unbegreiflicher Richtergott ist. Er ist nicht nur eine allgegenwärtige Energie, sondern hat ein personales, geistiges Wesenszentrum der allerhöchsten Liebe und Weisheit, der Barmherzigkeit und des Mitgefühls. In diesem und aus diesem Seinem Seinszentrum will Er uns Vater sein, weil Er uns Menschen dieser Erde gerade aus diesem Seinem geistigen Herz geschöpft und in ein freies Dasein gestellt hat.

Keiner von uns kann es jedoch alleine durch eigene Anstrengungen und genaues Einhalten von Gesetzen und Geboten schaffen, dem vollkommenen Bild eines Menschen zu entsprechen. Selbst für die „Gerechten“ aller Zeiten war es nicht möglich, sich das Himmelreich durch gute Taten zu verdienen. Es war noch etwas anderes, etwas wesentliches „NOT–wendig“, um ein Leben in der vollkommenen Ordnung Gottes führen zu können! Was, das will ich in der Folge beleuchten!

 

Karmaauflösung durch Gnade

Jesus führte während Seines Erdenlebens vor fast 2000 Jahren Seinen Zuhörern die starren Lebensgesetze (Karmagesetze) des Alten Bundes vor Augen, indem Er sagt: „Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist...!“ Ich aber sage euch ...“ (Matth. 5, 21). Und was Er dann sagte, war den Anhängern des alten mosaischen Gesetzes wie ein Schlag ins Gesicht, so daß sie fragten: „Will er denn Moses und die Propheten auflösen?“ (Will er alle bis jetzt gültigen Regeln, Gebote und Gesetze, die zu einem gottwohlgefälligem Leben gehören für nichtig erklären?) Denn Moses und die Propheten waren die Repräsentanten des Alten Bundes und des karmischen Gesetzes von „Auge um Auge und Zahn um Zahn“. Doch Jesus sagte sinngemäß: Nicht aufzulösen bin Ich gekommen, sondern um die leeren Gefäße des Gesetzes mit Meinem unschuldigen Blut zu füllen, Ich bin gekommen, um euch zu befreien aus dem für euch unerfüllbaren Anspruch des Gesetzes! Dies vollbrachte Er am Kreuz in demütiger Vollkommenheit und in vollkommener Demut bis zum Tode.
So verkündete der Messias/der Erlöser auch in der Bergpredigt eine dem karmischen Gesetz von »Gleiches für Gleiches« vollkommen entgegengesetzte Lebens– und Liebeslehre. In Matthäus 5, 39–44 lesen wir:
„Ich sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel. So dir jemand einen Streich gibt auf die rechte Wange, dem halte die andere auch noch hin. Und so dir jemand deinen Rock nehmen will, dem gebe auch noch den Mantel. Und so dich jemand nötigt eine Meile mit ihm zu gehen, mit dem gehe zwei. Gib dem, der dich bittet und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will. Ich sage euch darüber hinaus: Ja, liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die welche euch beleidigen, ja verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“
Das war eine bis dahin nicht gehörte Lehre, eine unerhörte Lehre in den Augen der mosaischen Gesetzesvertreter. Hier rüttelte einer an den Grundfesten ihres Glaubensverständnisses – ihrer Religion. Ein Grund, warum die damaligen Hüter der Religion nicht glauben konnten, dass in diesem Unruhestifter mit Seiner neuen Lehre, der lang ersehnte Messias zu ihnen gekommen sein sollte.
Im Kommen des Messias wurde aber die Macht des bis dahin unter den Juden herrschende Karmagesetz durchbrochen, es wurde jedoch nicht aufgelöst!!! Das Gesetz ist uns durch Moses gegeben, die Gnade und Wahrheit aber ist uns durch Jesus Christus geworden. (Joh. 1, 17).
Das Karmagesetz war und ist bis auf den heutigen Tag der geistige Grundstein der alten, gefallenen Schöpfung und das Fundament des Alten Bundes und aller außerchristlichen Religionen. Doch es gibt seit dem Tod und der Auferstehung Jesu noch eine zweite, eine geistige Schöpfung, welche unmittelbar mit dem Erdenleben eines Menschen verknüpft ist. Eine Schöpfung in welcher die Urschuld getilgt und nicht mehr relevant ist, „die Schöpfung der Erlösten“. Hier hat Christus die Stellung, welche Adam in der ersten Schöpfung innehatte. Hier ist Jesus der zweite Adam und der erste vollkommene Sohn einer neuen Schöpfung der Erlösten. Hieß es im Alten Bund unter dem Gesetz noch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2 Mose 21, 24), wodurch das karmische Gesetz zum Ausdruck kam, so wurde in Jesus Christus alles auf einen neuen Grund gestellt. Das Flammenschwert des Gesetzes war zwar gerecht, jedoch es war noch nicht unter der Gnade und somit unerfüllbar für den in Schwachheit und Sünde gefallenen und gefangenen Menschen.
Christus hat als einziger, da ohne Schuld und Makel, also vollkommen sündenlos, den Anspruch dieses Gesetzes bis auf den letzten Punkt erfüllt. Dadurch musste sich das in der gesetzlichen Gerechtigkeit gründende starre, karmische Gesetz, der nun über Allem frei erhobenen Liebe vollkommen unterordnen. Jesus hat als Offenbarung der Liebe Gottes das Gesetz nicht aufgehoben sondern erfüllt und damit in die Einheit der Liebe zurückgeführt. Er lehrte stets, dass das Gesetz für den Menschen gemacht wurde und nicht der Mensch für das Gesetz. Darum warf man Ihm auch vor das Gesetz zu brechen, als Er am Sabbat einen Kranken heilte. Er aber deckte den Grund und Sinn des Gesetzes in der Liebe auf. Jesus setzte den Anspruch des harten Gesetzes außer Kraft und offenbarte ein höheres Gesetz.– das der barmherzigen Liebe.
Die Liebe steht seitdem frei über allem Gesetz und aller Gesetzmäßigkeit. Denn erst durch sie können wir uns über das Gesetz erheben und freie Gotteskinder werden, während wir unter dem Gesetz nur Knechte waren und sind. Die Liebe ist die frei erlösende Kraft oder die „heiligmachende Gnade“ aus dem Vaterherzen Gottes. Und sie allein vermag die Sündenschuld vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Zeiten aus der Macht ihrer Erbarmung zu tilgen. Dabei wirft Sie Sich Selbst in die göttliche Waagschale der Gerechtigkeit und Ordnung und opfert aus der Fülle Ihres Lebens den Tribut für alle gefallenen Wesen, um so ihre Eigenen Kinder zu erlösen. Jesus Christus ist die menschgewordene, oder inkarnierte Liebe Gottes, zu uns gekommen, um uns aus der Knechtschaft der Materie zu erlösen und uns die frohe Botschaft der Befreiung aus dem harten Joch des (karmischen) Gesetzes zu verkünden.
Durch das Werk der Erlösung ist es uns möglich geworden, einen Gnadenfunken dieser Liebe – welche Jesu ganzes Wesen war – im Heiligen Geist in unser Geistherz aufzunehmen. Dieser Heilige Liebegeist wächst in unser Leben hinein, indem wir unsere eigene, freie Liebe ganz und gar in die Jesusliebe geben. Hierdurch werden wir umgestaltet in ein geistiges Abbild Jesu und können jetzt erst unser Tun und Lassen nach dem erkannten Willen Gottes in geistiger Freiheit ausrichten. Doch dann handeln nicht mehr wir, sondern die Liebe Gottes – Jesus Christus – handelt in uns und vollbringt in uns das Leben. Das heißt für uns, solange wir in Liebe und aus Liebe in Jesus bleiben, ist Jesus auch wirksam in uns und wir leben frei über dem Gesetz und seinen Ansprüchen. Wir Leben unter der Gnadesonne des Sohnes und sind so gerechtfertigt vor Gott. Hierdurch treten wir schon auf der Erde als Erlöste in die neue Schöpfung des Sohnes ein. Dies ist der Sinn des Wortes, dass wir aus dem Glauben und nicht aus Werken gerechtfertigt werden. Doch wäre es ein allergrößter Irrtum zu glauben, wir müssten keinerlei Vorleistungen für diese Gnade erbringen! Gott schmeißt Seine Gnade nicht wie Hühnerfutter unter die Menschen, sondern sie wird nur dem zuteil, der reuigen, zerknirschten Herzens um sie bittet. Uns muss erst einmal bewusst werden, dass wir vor dem Angesicht Gottes Verlorene sind. Die Gnade Gottes schwebt zwar über unseren Häuptern und Herzen, doch sie fließt nur in uns ein, wenn wir uns ihr öffnen und auf dem von Gott vorgeschriebenen Weg unter Seiner Gnade zu leben bereit sind.
Dies war auch die vordringlichste Botschaft, welche die ersten Jünger Jesu den Juden und später auch den Heiden verkündeten. Ihr werdet nicht durch die Erfüllung der Regeln und Gesetze vor Gott gerechtfertigt, oder zu Gerechtfertigten, sondern indem ihr das Angebot der Gnade annehmt.

Römer 3,19-24. (Einheitsübersetzung)

Was das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter dem Gesetz leben, damit jeder Mund verstummt und die ganze Welt vor Gott schuldig wird.
Denn durch Werke des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; durch das Gesetz kommt es vielmehr zur Erkenntnis der Sünde.
Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten; (nämlich) die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied: Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
Ohne es
(selbst) verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung IN Christus Jesus

Was wollen uns diese heute etwas umständlich anmutenden Worte aus der Bibel sagen? Sie sagen uns, dass jeder, der versucht auf dem Gesetzesweg vor Gott gerecht zu werden, am Gesetz scheitern und seine Unfähigkeit es zu erfüllen erfahren wird. Ich möchte sogar sagen, dass uns das Gesetz gegeben ist, damit wir an ihm unsere Schwäche und Verlorenheit erst so richtig erkennen können. Jeder, der versucht es aus eigener Kraft zu erfüllen, wird diese Erfahrung machen. Erst dann werden wir gewahr, dass wir der Hilfe und Gnade Gottes bedürfen und uns im Glauben und Vertrauen an den barmherzigen Gott wenden müssen, um Befreiung zu erlangen. Denn vor dem heiligen Angesicht der Vollkommenheit Gottes sind wir alle Sünder. Und keiner befindet sich in tieferer Finsternis und Gottesferne als derjenige der meint, er habe alles im Licht und lebe vollkommen in der göttlichen Ordnung. Wörtlich übersetzt heißt es in Vers 23: „ Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hatte.“ Dieser Satz nimmt Bezug auf die Erbsünde aus dem zweiten Fall im Paradies, unter deren Schatten wir alle leben und der wir alle unterliegen. Die wesentliche Botschaft für uns ist jedoch in dem Wort, dass uns jetzt in Jesus Christus unabhängig vom Gesetz, die Gerechtigkeit und Rechtfertigung vor Gott aus dem Glauben angeboten wird. So werden wir nicht durch unsere Eigenanstrengungen nach dem Gesetz, sondern durch die Gnade der Erlösungstat Jesu vor Gott gerechtfertigt, wenn wir uns IN Jesus befinden! Eine andere wichtige Stelle aus der Bibel, die uns dieses neue Verständnis zwischen Gesetz und Gnade weiter erhellen kann findet sich in:

Galater 5,4-6. (Einheitsübersetzung)

Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens.
Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist .

Es ist den Menschen weiterhin frei gestellt, auf dem Gesetzesweg ihr Heil zu suchen, es ist nicht aufgelöst! Der Weg des Christus und die Erlösung ist jedoch unter dem Gesetz – hier durch die Beschneidung dargestellt – nicht zu finden. Ein sehr wichtiges Wort ist hier noch, dass der wahre Glaube und die wahre Nachfolge in der Liebe wirksam ist. Denn ein Glaube ohne die Werke der Liebe ist ein toter Glaube! (Jakobusbrief 2,20+2,26) An dieser Stelle muss einmal gesagt werden, dass die Aussagen des Paulus, dass wir nicht durch Werke, sondern alleine durch den Glauben gerechtfertigt werden, oft missgedeutet werden. Denn Paulus sprach in Römer 3,19-24 von den Gesetzeswerken, während er in Galater 5,6 sehr wohl zu verstehen gibt, dass sich der Glaube nicht ohne die Werke der Gottes- und Nächstenliebe zu offenbaren vermag. Das eine sind die Pflichtgesetze durch die man gerecht sein will, das andere sind die freien Taten der Liebe, identisch mit den entsprechenden Aussagen im Jakobusbrief 2,14-26, in dem uns gesagt wird, dass der Glaube ohne Werke tot ist und nicht selig macht. Es ist ein großes Missverständnis zu glauben der Mensch müsse keinerlei Bedingungen für die Erlösung und Rechtfertigung durch Christus erfüllen, sondern nur ein Lippenbekenntnis des Glaubens von sich geben. Doch zurück zum eigentlichen Thema.
Vor diesem Hintergrund wird nun auch der Auftrag des Christus und der Anspruch des Christentums verständlich, der Welt die frohe Botschaft von der Erlösung zu verkünden. In der Bibel wird uns gesagt, dass den Menschen kein anderer Name von Gott gegeben ist, unter dem sie gerechtfertigt und selig werden können, als der Name Jesus Christus! Der unter dem Gesetz geknechteten Menschheit diese erlösende Botschaft zu bringen ist der Missionsauftrag des Messias, Heilandes und Erlösers Jesus Christus.
Gott sah, dass die Menschen das Gesetz der Weisheit nicht erfüllen konnten und kam darum Selbst in die Welt, um uns ein neues Gesetz der Liebe zu geben, das wir viel leichter erfüllen können.

In dem Gesetz aus der Weisheit ließ Gott zwar Sein Licht unter die Menschen strahlen; das Licht aber war Er nicht Selbst, sondern es ging nur von Ihm aus. Aber durch und in der Liebe kommt Gott nun Selbst zum Menschen und nimmt geistig Wohnung in ihm . Der Prophet Elias bezeichnete diesen Zeitpunkt, wo Gott unmittelbar in der Liebe zu den Menschen kommt, mit dem sanften wehen des Windes, der vor seiner Grotte vorüberzog aber im großen Sturmgericht der unerbittlichen Gerechtigkeit Gottes und im Flammenschwert des Gesetzes war Gott nicht!
Gleich zu Anfang Seiner Lehrtätigkeit offenbart Jesus in der Bergpredigt Seinen Zuhörern dann auch die Liebes- und Lebensgebote des Neuen Bundes und der Neuen Schöpfung, dessen Fundament Er Selbst durch die größte Liebes- und Demutstat aller Zeiten wurde. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein, zum tragenden Stein der Neuen Schöpfung geworden. Jesus sagte zu Seinen Jüngern: „ Ich gebe euch ein neues Gebot, dass ihr euch lieben sollt, wie Ich euch geliebt habe. Denn daran werden alle erkennen, dass ihr Meine Jünger, Meine Nachfolger seid!“ Dies ist also das Kriterium, an welchen man einen Jünger, eine Jüngerin und Nachfolger/inn Jesu erkennen kann! Hier sollten wir Christen uns doch alle beschämt auf die Brust klopfen. Der Geist des Herrn ist die Liebe und Einheit der Gemeinschaft aller Gläubigen in dieser Liebe. Wir jedoch haben uns durch vielfältige Rechthaberei und Verdächtigungen andersdenkender und fühlender Geschwister von Satan in die Irre führen lassen und Spaltung und Misstrauen haben den Leib Christi verunstaltet. Anstatt ihn in der Liebe aufzubauen und zu stärken für die große Aufgabe unserer Zeit, haben wir ihn in Eigendünkel und Selbstwohlgefallen geschwächt und zerrissen. Erst die Not und Verfolgung wird das bewirken, was wir im Frieden und in Freiheit nicht vollbringen wollen.
Auf dem alten Weg des Gesetzes, dem Weg der Weisheit und Erkenntnis, wurde dem Menschen seine Gottgetrenntheit und seine Sünd- und Welthaftigkeit zwar offenbart und vor Augen gestellt, ohne jedoch einen für alle Menschen gangbaren Weg aus diesem Jammer- und Todestal aufzuzeigen. Nur ganz wenige Menschen vermochten ihren Willen derart zu festigen und die Herrschaft über ihr Fleisch zu erlangen, um jene geistige Stärke zu erringen die notwendig war, um der Welt den Rücken zu kehren und die heiligen Höhen zu erklimmen. Sie waren aber gemessen an der Zahl der gesamten Menschheit nur eine kleine handvoll geheiligter und erleuchteter Seelen, die bedingte Befreiung erlangten. Denn auch ihnen haftete bei aller Anstrengung immer noch ein Teil der Gottgetrenntheit an, den sie nicht selbst überwinden konnten. Der Großteil der Menschen aber blieb schwach und erdgebunden dem Treiben der Welt versklavt, unfähig sich aus der trägen und zähen Masse der geistig Toten zu lösen (Lass die Toten ihre Toten begraben).
Die Menschheit und die gesamte gefallene Schöpfung auf dem Wege des Gesetzes zu erlösen, war unmöglich! Darum begab sich die Liebe Gottes Selbst in das sündhafte Kleid der Materie, um die Menschen vom für sie unerfüllbaren Anspruch des Gesetzes zu befreien und Seiner unantastbaren und unbestechlichen Heiligkeit ein stellvertretendes Sühneopfer für alle Zeiten darzubringen. Durch dieses das ganze Universum erlösende Opfer der Liebe Gottes wurde das Gesetz der Weisheit und der unerbittlichen Gerechtigkeit, wie gesagt, der Liebe und der Barmherzigkeit untergeordnet. Die Liebe wurde der neue und einzige Erlösungsweg in den höchsten Himmel der neuen Schöpfung. Diese Liebe, die in und als Jesus Mensch unter Menschen wurde, vermochte allein das Gesetz der Gerechtigkeit bis auf den letzten Punkt zu erfüllen, um für uns eine Brücke bis zum dahin von der Heiligkeit Gottes verschlossene Tor ins Reich der Himmel zu bauen und allen Menschen einen gangbaren Weg aus dem Tal des Todes zu weisen. Dieser Weg gründet auf Liebe, Demut und Barmherzigkeit, aus welchen dreien einem letztendlich doch die höchste Weisheit und Erkenntnis zuteil wird. Wer Gott auf dem alten Weg der Erkenntnis und Weisheit weitersuchen will, kann dies tun, doch er wird Ihn nur von Ferne in einem unzugänglichen Licht gewahren!

Jesus Christus allein hatte von allen Menschen, die je auf Erden gewandelt sind und wandeln werden, aus der Befugnis Seines höchsteigenen inneren Schöpfergeistes die Macht, Sünden zu vergeben. Wenn Er zu einem Menschen sagt: „ Deine Sünden sind dir vergeben, gehe hin und sündige hinfort nicht mehr.“, so heißt das mit anderen Worten: deine dich erdrückende karmische Schuld ist aufgelöst durch Mein Wort der Gnade und Vergebung; und zwar hier und jetzt. Er allein konnte dies tun im Hinblick auf Sein Erlösungswerk und da es Seine Ordnung ist, gegen die wir verstoßen. Es ist das durch Ihn gestaltete göttliche Leben, das wir verletzen und missachten. Er ist der Architekt allen Lebens, der Sich doch so weit herunterneigt in Seiner Liebe, um uns Bruder zu sein, auf dass wir den Vater in Ihm finden können. Er kam in Sein Eigentum, doch die Menschen haben Ihn nicht erkannt und hielten Ihn am Kreuz sogar für einen von Gott geschlagenen und verlassenen Menschen.

 Das neue Zeitalter der Liebe

Aber in Wirklichkeit hatte von allen unbemerkt ein neues Zeitalter begonnen! Diejenigen, die Jesus berief, waren keine sich von der Welt zurückziehenden Mönche, Eremiten oder gar Asketen. Es waren auch keine in hohe Erkenntnisse eingeweihte Weisheitsjünger, sondern einfache Menschen aus dem Volk; Handwerker, Fischer und Familienväter. Diese hatte Sich Jesus als Träger des neuen Geistes und als erste Kinder der Neuen Schöpfung erwählt. Ihnen wurde nicht gelehrt der Welt den Rücken zu kehren, um in höhere geistige Sphären zu entrücken, sondern ihnen wurde gelehrt ihr Licht nicht unter den Tisch der Verborgenheit und Zurückgezogenheit zu stellen. Sie sollten mitten unter den Menschen in der Welt leben und doch der Welt aus Liebe zu Ihm entsagen. Das heißt, keinen Anteil am Treiben und Trachten der Weltgebundenen haben. Nur so konnten sie zu fruchtbringenden Aufnahme- und Wiedergabegefäßen des neuen Lebens und Geistes aus Gott sein. Nur so konnten sie das starre Karmagesetz durch den Geist der tätigen Nächstenliebe durchbrechen und den Menschen die Erlösung und das Reich Gottes bringen. Darum verwirklichen und üben die wirklichen Nachfolger Jesu vor allem die tätige Nächstenliebe an denen, die mühselig und beladen unter der Last ihres Lebens leiden. Durch ihr selbstloses Leben verbürgen sie sich für die Wahrheit des Evangeliums und weisen den Menschen durch Tat und Wort den Weg zum Erlöser.
Während ein Hindu stoisch, fast gleichgültig mit dem Leiden der Menschen umgeht, da ja der Mensch sein Leid selbst verursacht und durch das Leiden die Möglichkeit hat sein schlechtes Karma abzubauen, durchbricht der Christ(us) diese unbarmherzige Leidens- und Lebenssituation. Er wird zum Überbringer einer neuen Botschaft der Liebe, Gnade und Barmherzigkeit aus dem höchsten Himmel. Ein Christ stellt sich nicht untätig an die Seite und überlässt einem stummen Gesetz das Leben, sondern er wird selbst zu einem bestimmenden und aktiven Faktor des Lebens. Er wird zum liebenden und barmherzigen Teil im Karma eines Menschen und damit zum Erlösungsfaktor im Leben anderer, so wie Jesus Christus der Erlösungsfaktor in seinem eigenen Leben wurde. Ein lebendiges Beispiel der Nächstenliebe soll uns dies verdeutlichen.
Als Mutter Theresa „der Engel von Kalkutta“ sich ganz am Anfang ihrer Tätigkeit der Nächstenliebe, in den Slums bewegte und unter den Ärmsten der Armen die christliche Nächstenliebe verwirklichte, stieß sie auf sehr große Ablehnung und Argwohn. Die im karmischen Denken verhafteten Inder konnten ihre Absicht nicht erfassen, da das Leid nach ihrer Auffassung ja vom göttlichem Gesetz kam und gerecht war. Als Mutter Theresa schon bald ihre erste Krankenstation in einem verlassenen Pilgergebäude direkt neben einem Hindutempel eröffnen durfte, kam es zu Tumulten und Demonstrationen. Man wollte sie mit Gewalt vertreiben, da man sie für einen Teufel hielt, der die gläubigen Hindus daran hindern wollte ihr gerechtes Karma (ihr Leid , ihre Armut und ihre Krankheit) auszuleben. Sie waren ja der Meinung, dass ihnen ihr jetziges Leid ein besseres zukünftiges Leben, in einer neuen Erdeninkarnation bescheren würde. Folgerichtig konnte sie nur ein Teufel sein, der sie davon abhalten wollte, sich durch das Leid Verdienste zu erwerben. Erst als ihre Helfer auch einen todkranken Brahmanen (Hindupriester) aus der Gosse zu ihr brachten, der sich anfangs noch gegen die ihm angebotene Hilfe sträubte, konnte sie zuerst diesen Brahmanen und dann auch die anderen Menschen von dem größeren Gesetz der Liebe und Barmherzigkeit überzeugen. Sie verstanden mit der Zeit, dass wenn alles Karma ist, auch die Begegnung mit der Liebe Gottes in Mutter Theresa ein Teil ihres Karmas war und das Gott ihnen nun Seine liebreiche Hand entgegenstreckte. So konnte in der Folge die alles erlösende Kraft Christi, ungehindert Liebe und Barmherzigkeit in Kalkutta und in über 100 Ländern der Erde unter Seine armen Kinder bringen. Dies alles, weil Mutter Teresa einen einzigen Schritt – den ersten Schritt – in absolutem Gottvertrauen getan hatte.
Jesus ist nicht gekommen, um uns durch die sanktionierte Schärfe der Gesetze für die Verdammnis, sondern durch die Liebe, Sanftmut und Wahrheit für den Himmel zu berufen. Und obwohl Er uns durch Seine neue Lehre frei gemacht hat und den neuen Weg durchs Herz zum wahren, ewigen, freiesten Leben verkündet hat, wollen selbst die Christen oft nicht frei sein, sondern weiterhin gerichtet und gebunden unter dem Gesetze leben!

Der Herr hat kein Gebot als das der Liebe gegeben, also kann Er auch unmöglich einen andern Geist als nur den der Liebe bieten und geben . Dies tat er mit den Worten: „ Nehmet hin den heiligen Geist! Nehmet hin Meine übergroße Fülle der Liebe und seid Meine Arme, Hände, Füße und Augen zur Erlösung der Welt.
Die Liebe zieht ihre Kinder, für die allein sie Gestalt angenommen hat, an sich wie ein Magnet. Mögen die „nur Weisen“ sich nach der Unendlichkeit ausstrecken (sie werden sich in ihr verlieren) und sich mit der Schauung des Lichts zufrieden geben, eine vor Gottesliebe weinende und nach Gott schmachtende Seele aber sättigt dieser Anblick nicht. Ein wahres Kind der Liebe Gottes möchte das Objekt seiner Liebe umarmen und liebkosen, dies ist die höchste Wonne des Kindes wie auch des himmlischen Vaters.

Gott nahm Menschengestalt an für die Ihn liebenden. 
Die Ihn im erhabenen Weisheitslicht suchen, für diese wohnt Er auch heute noch
im unzugänglichen Licht.

Und noch einmal sei gesagt: Das Karmagesetz ist von Jesus erfüllt und von Ihm durchbrochen, so wie auch die Macht des Todes nach der Auferstehung, aber es hat weiterhin Gültigkeit für alle jene, die den zweiten Bund der Gnade, Vergebung und Erlösung nicht durch den Weg der Liebe und Vergebung für sich in Anspruch nehmen oder ihn nur halbherzig gehen. Erst wenn ein Mensch sein Eigenleben ganz hingibt in die Nachfolge des Lebens Jesu, kann er Befreiung erlangen und erstehen zu einer neuen Kreatur, ja zu einer neuen Schöpfung, die über das ursprüngliche erste Bild unendlich weit erhaben ist. Ohne Christus vollkommene Befreiung oder Erlösung zu erlangen, ist unmöglich, da wir uns trotz all unserem Bemühen, begangenes Unrecht wieder gutzumachen, unsere Schuld doch nicht selbst vergeben können. Darum ist es auch so wichtig, daß wir einander Schuld und begangenes Unrecht vergeben. Damit verhelfen wir nicht nur unserem Nächsten zur inneren Gesundung, sondern auch uns selbst. Jedoch kann das letzte Wort der Vergebung niemals über eines Menschen Lippen kommen. Dieses letzte Wort der Gnade für ein jedes Geschöpf harrt in den unendlichen Tiefen der Liebe Gottes der Erlösung und Befreiung. Und nur der Sünder selbst kann es befreien durch seine aufrichtige Reue und Demut und durch die Inanspruchnahme der Erlösungstat der Liebe Gottes, welche in Jesus Christus Mensch wurde und für jeden von uns am Kreuz gelitten hat, auch für dich.

Titus 3,4-7 (Einheitsübersetzung)

Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet - nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens – 
durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist. 
Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter.



Röm. 3, 23 + 25 (Lutherbibel)

„ Es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder und mangeln der Herrlichkeit, die sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerechtfertigt aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Jesus Christus gekommen ist. 
Den hat Gott für den Glauben hingestellt, in seinem Blut als Sühnopfer, damit Gott erweise seine Gerechtigkeit
(nämlich daß Er Selbst das Werk der Erlösung für uns vollbrachte)
Denn er hat die Sünden vergangener Zeiten getragen in göttlicher Geduld.



2. Kor. 5, 19 (Elberfelder Bibel)

Nämlich daß Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat .“

Christus füllte alle leeren Gefäße vergangener und zukünftiger Zeiten mit Seinem Herzensblut der vergebenden Liebe auf Golgatha. Nur müssen auch wir diesen Berg der Selbsthingabe erklimmen und uns unter das Kreuz demütigen und unser Lebensgefäß, unsere tiefe Schuld und unsere Verlorenheit erkennend und bekennend, zu Ihm empor reichen. Sodann wird ein jeder an sich die Taufe mit dem Heiligen Geist erfahren, der sich nun in das Herz der von aller Schuld und Sünde gereinigten Seele ergießt. Dann steht das Tor zum Reich der Himmel für ihn offen und er kann seiner vollkommenen Wiedergeburt im Geiste Gottes entgegenschreiten. Die Macht des Werkes der Erlösung besteht weiterhin darin, dass jegliche neue Schuld, die ein Mensch nach der Hingabe auf sich lädt, in dem Augenblick getilgt wird, wo man sich reuigen und zerknirschten Herzens zum Kreuz begibt und um Vergebung bittet. Dabei muss man willig sein, jedes begangene Unrecht hier auf Erden nach Kräften wieder gut zu machen und all jenen zu vergeben welche sich an unserem Leben schuldig gemacht haben.

Einer jeden Seele, so sehr sie sich auch bemüht, wird aber immer eine Restschuld bleiben, die sie nicht aus eigenen Kräften und Anstrengungen zu tilgen vermag, sondern die sie nur in die Hände Gottes legen kann. Möge die Liebe Gottes in Dein Leben fließen lieber Leser und dir ein Gefühl für den Mangel geben, in dem wir alle leben.