„Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“

CHRISTENVERFOLGUNG HEUTE — Teil 1

(Bild: Zehntausende Christen sind auf der Flucht. Auch diese 72-Jährige Inderin sucht Zuflucht vor Verfolgung und Gewalt.)

 

Die aktuelle Christenverfolgung

 

Während im liberalen und humanistischen Westen, alle Anstrengungen unternommen werden, das christliche Abendland mit fremden Kulturen und Religionen zu unterminieren und zu zersetzen (über 3000 Moscheen in Deutschland), findet seit Jahrzehnten eine systematische Ausrottung des christlichen Glaubensgutes mit seiner sozialen und humanen Ethik, vor allem in den atheistischen und vom Islam geprägten Ländern statt. Alleine im Jahre 2008 wurden erdweit 170.000 Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und umgebracht. Während der Islam also im Westen, mit dem Hinweis auf die hier staatlich garantierte „freie Religionsausübung“, ihren Unterwerfungsfeldzug mehr und mehr auf der politischen Ebene mit allen Instrumentarien der Demokratie durchführt, verweigert man Menschen anderer Religionen im eigenen, islamischen Herrschaftsgebiet jegliche Freiheit und Ausübung ihres Glaubens.

 

Mahnende Stimmen und politische Blauäugigkeit zur Eröffnung der größten deutschen Moschee in Duisburg

Baukosten ca 7,5 Millionen Euro. Durch deutsche Steuergelder (3 Millionen) mitfinanziert.

In Duisburg hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zur Eröffnung der größten Moschee Deutschlands Muslime dazu aufgerufen, sich aktiv um ihre Integration zu bemühen. Das Grundgesetz lade dazu ein. Die türkischstämmige Frauenrechtlerin Seyran Ates warnte indes vor neuen Großmoscheen.

"Nicht jeder, der ein Fundament hat, ist ein Fundamentalist", sagte Rüttgers bei der Eröffnung und warnte vor Verallgemeinerungen und Vorurteilen gegenüber Muslimen. Zugleich sagte er aber auch, es sei eine dringende Aufgabe der in Deutschland lebenden Muslime, eine klare Antwort auf die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie zu geben. "Bringen Sie sich ein. Das Grundgesetz ist eine wunderbare Einladung", so Rüttgers weiter. Angesichts der Vielzahl der in NRW lebenden Muslime müsse es mehr repräsentative Moscheen geben. Gleichzeitig sollten in Deutschland lebende Muslime den Bau christlicher Kirchen in Kleinasien unterstützen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

· Christenverfolgung

 

 

 

 

Christliche Gedenkstätte in Tarsus

Ja, dass hört sich gut an mit der angemahnten Religionsfreiheit auch in der Türkei. Doch  Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verkennt hier in seiner Naivität, dass dies zur Zeit schlechthin unmöglich ist. Das Streben geht genau in die andere Richtung; die Türkei soll ein rein islamischer Staat werden, in welchem Andersgläubige keinerlei Rechte in Bezug auf ihre Religionsausübung eingeräumt werden. Der Vorschlag von Kardinal Meisner,  im Gegenzug zum Moscheenbau in Duisburg, auch in der Türkei ein Zeichen des guten Willens zu setzen, wird bis heute mit Schweigen bedacht.  Er hatte angefragt, ob man nicht in Tarsus, dem Geburtsort des Apostel Paulus, eine Gedenkstätte errichten könne, um neben den interreligiösen Konferenzen auch ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Meisner: In diesem für die Christenheit wichtigen Ort leben nur noch drei Katholiken – drei alte italienische Ordensfrauen in Zivil, die bei einer Privatfamilie als Untermieterinnen wohnen. Um an einer Messe teilzunehmen, müssen sie über 30 Kilometer mit dem Auto fahren, obwohl in Tarsus eine Kirche steht!

Die Welt: Warum nutzen sie die nicht?

Meisner: Sie wurde von den türkischen Behörden zum Museum umfunktioniert. Als wir in Tarsus waren, durften wir darin nur ausnahmsweise die heilige Messe feiern. Kreuze und Kerzen mussten wir mitbringen, anschließend musste jedes christliche Symbol entfernt werden. Das hat mir einen Stich ins Herz gegeben….

Das ganze Interview: Link folgen

http://www.welt.de/politik/article2155240/Meisner_fordert_Paulus_Pilgerstaette_in_der_Tuerkei.html

 

 

Von Volker Zastrow

Aus FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine: http://www.faz.net

Die Ereignisse in Tibet verursachen im Westen eine etwas haltlose Erregung - der als Dalai Lama wiedergeborene Buddha und seine Mönche genießen hier etwa dasselbe Ansehen wie gewisse vom Aussterben bedrohte Walarten, möglicherweise sind sogar die Quellen dieser Sympathie benachbart. Dass zur selben Zeit das Christentum im muslimisch beherrschten Teil dieser Welt ausgerottet wird, interessiert im Westen weniger. Dabei wird die im Machtbereich des Islams übliche Christenverfolgung durchweg damit begründet, die Christen seien "Spione des Westens".

Im Westen wiederum unterscheidet man (naheliegenderweise) zwischen friedfertigen und mörderischen Muslimen. Deshalb vertropfen Ereignisse wie die von New York, London und Madrid, der Mord an Theo van Gogh, die erzwungene Emigration Ayaan Hirsi Alis, der Mordplan gegen den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard im Ozean der depressiven Toleranz. Man redet sich nur allzu gern ein, dass Fanatiker Ausnahmegestalten, ihre Taten also Ausnahmen seien und verkennt, dass sie so etwas wie Finger des Islams im Westen darstellen.

Wer vom Koran abfällt, wird ermordet

Denn in seinem eigenen Machtbereich ist die zugrundeliegende Frage geklärt: Dort hätte Hirsi Ali schon längst mit dem Leben bezahlt. Terror gegen Andersdenkende gehört dort zum System; und da, wo er sich noch nicht auf die zum Grundgesetz erhobene Scharia stützt, vollzieht ihn ein hyperaktiver Mob. Wer vom Koran abfällt, wird in manchen islamischen Ländern von Staats wegen ermordet. Wo die Konversion zum Christentum noch möglich ist, verlangt sie von den Bekehrten nicht weniger als die Bereitschaft zum Martyrium.

Derzeit vollendet sich offenbar ein Prozess, der schon Jahrhunderte dauert: die Ausrottung des Christentums in der islamischen Welt. Im Westen hat man durchweg vergessen, dass der hier als islamisches Kerngebiet betrachtete Raum Vorderasiens zum Teil mehr als tausend Jahre lang christlich war. Im Westen schwärmen Gebildete von den kulturellen Hochzeiten des Islams, Schüler erfahren, der Islam habe uns das Wissen der alten Griechen vermittelt - doch die Vermittler waren die Christen des Ostens, die diese Texte bewahrt und übersetzt haben, auch ins Arabische. Ihre Gelehrsamkeit half ihnen, zu überleben, freilich zumeist nur als Angehörige einer gedemütigten und ausgepressten Minderheit. Im 19. Jahrhundert durften ägyptische Kopten immerhin Pferde benutzen - wenn sie rückwärts aufsaßen, mit dem Gesicht nach hinten.

 

Private Religionsausübung verboten

Immer schon, doch besonders in den letzten 150 Jahren wurden Christen im Herrschaftsgebiet des Islams Opfer von Pogromen, gar Völkermordtaten - wie die Armenier. Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung sank deshalb zuletzt allenthalben dramatisch. In Syrien etwa, wo es ihnen noch mit am besten geht, auf zuletzt unter vier Prozent. Vor gut hundert Jahren machten sie dort noch ein Fünftel der Bevölkerung aus. In der Türkei gibt es auf einst byzantinischem Boden noch 100 000 Christen, sprich 0,15 Prozent. Trotzdem beklagte der türkische Religionsminister unlängst in der Konversion von 368 Muslimen zum Christentum den Versuch, die Türkei zu zerstören.

In Saudi-Arabien, das mit seinen Ölmilliarden den Moscheenbau auf der ganzen Welt finanziert, ist selbst die private Ausübung der christlichen Religion verboten; dort trauen sich die wenigsten Christen, in den eigenen vier Wänden zu beten. In Pakistan sind die Christen rechtlos gestellt, sie werden in vielen Geschäften nicht bedient; immer wieder werden Christen mit Blasphemie-Verfahren überzogen, enteignet und eingekerkert. Aber es geht nicht allein darum, dass Christen in der islamischen Welt ein Leben in Freiheit nicht möglich ist. Vielmehr wird die systemische Unterdrückung durch eine Vielzahl terroristischer Übergriffe noch in schwarze Angst getaucht.

 

Zuflucht Europa

Überall, auch in der Türkei, kommt es vor, dass christliche Priester, Ordensschwestern und einfache Christen zusammengeschlagen, verschleppt oder ermordet werden. Immer wieder werden in muslimischen Ländern Kirchen angegriffen oder angezündet und Ladengeschäfte der Christen geplündert. In ländlichen Gebieten, etwa Ägyptens, kam es auch in jüngerer Vergangenheit zu Pogromen. Die Verschleppung christlicher Mädchen und ihre gewaltsame oder erpresste Verheiratung mit Muslimen ist in der ganzen islamischen Welt verbreitet.

Deshalb gibt es einen weltweiten Exodus von Christen, die Zuflucht in Europa und den Vereinigten Staaten suchen - auch aus diesem Grunde schmilzt ihre Zahl in den islamisch beherrschten Regionen unablässig. Mehrere kleine christliche Gemeinschaften erlöschen derzeit, nicht zuletzt auf dem Boden des Iraks. Dort naht nach dem Ende der Gewaltherrschaft Saddam Husseins nun das Ende der dort uralten christlichen Kirchen. Geht all das so weiter, wird es noch in diesem Jahrhundert im Orient, wo Christus wandelte, so gut wie keine Christen mehr geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfr. Johan Candelin, Finnland (1999)

Es ist eindeutig ein Missverständnis im heutigen Europa zu meinen, daß Religion in der modernen Welt keine Bedeutung mehr hat. Weit gefehlt! Es ist eine erstaunliche Tatsache, daß von den 6 Milliarden Menschen auf der Welt nur ein winziger Teil – 151 Millionen – sich selbst als Atheisten bezeichnen. Dem gegenüber gibt es 2 Milliarden Christen, 1,2 Milliarden Muslime, 786 Millionen Hindus und 362 Millionen Buddhisten. Religion ist und bleibt ein zentrales Thema unserer Welt und spielt eine zentrale Rolle bei Konflikten, auch bei der Frage, wie diese Konflikte im nächsten Jahrtausend gelöst werden.

Die Hauptursache für die Christenverfolgung heute ist die schlichte Tatsache, DASS DAS CHRISTENTUM AM SCHNELLSTEN IN DEN STAATEN WÄCHST, IN DENEN DIE MENSCHENRECHTE VERLETZT ODER IGNORIERT WERDEN.

 

 

 

Christenverfolgungen heute

BVEA - Rundschau Ausgabe 1-2008 - Gesellschaft - Religion - Christenverfolgung heute.

Dr. Gerhard Kühlewind

Ein vergessenes Thema und bittere Beispiele Wenn wir heute an Christenverfolgungen denken, so fällt uns automatisch die Zeit in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt ein. Vielleicht erinnern wir uns sogar noch an den römischen Kaiser Trajan, der im Jahr 112 Christen mit der Todesstrafe belegte, wenn sie nicht von ihrem Glauben abließen. Auch im Großen Brockhaus geht man unter dem Stichwort „Christenverfolgen“ nicht weiter als bis zum Jahr 324: „Im Westen endete die Verfolgung bereits 311, während der Osten erst nach dem vollständigen Siege Konstantins d.G. 324 zur Ruhe kam.“

 

Selbst in Europa, aber vor allem in Korea werden Christen verfolgt

Christenverfolgungen heute? Gibt es das überhaupt noch? Ja, und ob! Gegenwärtig ist die größte Christenverfolgung aller Zeiten im Gange! Völlig unerklärlich ist, warum dieses Thema so wenig von Presse, Rundfunk und Fernsehen aufgegriffen wird, so dass wir kaum etwas darüber wissen. Dabei könnte es doch wahrlich blutrünstige Schlagzeilen liefern.

Täglich erfahren wir z. B. von immer neuen Gräueltaten im Irak. Was dabei aber völlig untergeht, ist die Tatsache, dass es gerade auch sehr viele Christen sind, die entführt, vergewaltigt, miss- Christenverfolgungen heute handelt und ermordet werden. Es sind die Assyro-Chaldäer, für die im Bürgerkrieg zwischen fanatischen schiitischen und sunnitischen Milizen und Terroristengruppen kein Platz mehr bleibt.

Der Irak liefert aber nur ein Beispiel für „Christenverfolgungen heute“. Weltweit gilt, dass etwa jeder Zehnte der rund zwei Milliarden Christen aufgrund seines Glaubens unter massiver Diskriminierung und Gewalt leidet. Religiöse Unterdrückung herrscht in etwa 50 der 200 Länder. Der Bonner Menschenrechtler und evangelische Theologe Thomas Schirrmacher kommt in seinem Jahrbuch 2005 zu dem Schluss, dass alle drei Minuten ein Christ wegen seines Glaubens getötet werde!

Nach Angaben des international tätigen Missionswerkes „Offene Grenzen“ ist Nordkorea das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung. Von den mehr als 200.000 Gefangenen in Arbeitslagern seien Zehntausende Christen: Auf Platz zwei steht das islamische Königreich Saudi-Arabien mit besonders häufigen Inhaftierungen und Ausweisungen von Ausländern, nur weil sie ihren christlichen Glauben praktizieren. Auch in politisch instabilen Ländern wie z.B. Pakistan oder Afghanistan komme es regelmäßig zu Mordanschlägen auf Christen.

Nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main hat die Christenverfolgung in Jahr 2006 weltweit weiter zugenommen - vor allem durch islamische Extremisten in Afrika und Asien. Wer in Staaten wie Mauretanien, dem Sudan, Saudi-Arabien und dem bereits genannten Iran vom Islam zum Christentum übertrete, sei von der Todesstrafe bedroht. Selbst auf dem europäischen Kontinent sind Christenverfolgungen kein Tabu, wie Reinhard Buckes in seinem neuesten Buch „Sie werden euch hassen“ Christenverfolgung heute. Augsburg 2006) im Kapitel über die Türkei beschreibt: „Kemalistische Staatsdoktrin, Nationalismus und nicht zuletzt eine zunehmende Islamisierung haben zu einem Klima der Unduldsamkeit gegenüber Minderheiten und Andersdenkenden geführt - bis hin zu Gängelung, Diskriminierung und staatlicher Repression. Die Betroffenen - Kurden, Aleviten und Christen - verlassen zu Tausenden das Land; vor allem letztere kehren in den vergangenen Jahrzehnten der Türkei den Rücken.“

Welche Schlussfolgerungen sind aus all dem zu ziehen? Um dem Problem „Christenverfolgung heute“ entscheidend zu begegnen, sind alle gefordert: Politik, Wirtschaft, Kirchen, Hilfswerke, Medien und jeder Einzelne von uns - je nach Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeit.

Sprechen Sie doch auch mal den von Ihnen gewählten Bundestagsabgeordneten auf dieses Thema an oder schreiben Sie an die zuständige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul. Eine Sensibilisierung der politisch Verantwortlichen tut dringend Not!

Dr. Gerhard Kühlewind

 

 

 

 

Die größte Christenverfolgung der Gegenwart

Gesellschaft für bedrohte Völker

http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=1058&highlight=christenverfolgung

 

Juni 2007
"Abends um sieben fing mein Herz an zu rasen, denn unsere Mädchen waren noch immer nicht zu Hause. Schließlich sagte uns ihr Arbeitgeber am Telefon, dass Rita und Linda angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht worden seien", berichtet ihre Mutter tonlos. "Wir konnten nicht hinfahren, es war schon Sperrstunde, es war furchtbar. Linda starb erst im Krankenhaus. Rita war sofort tot. In dem Wagen waren sieben Personen, als er beschossen wurde. Meine beiden Töchter, ihre vier Freundinnen und der Fahrer. Alle sind tot." Rita und Linda wären in diesem Jahr 26 und 22 Jahre alt geworden. Sie arbeiteten für die US-Armee als Verkäuferin und Näherin. Ihre Mörder hatten sie beobachtet. Sie wussten, dass sie Christinnen waren, denn sie hatten gesehen, dass die jungen Frauen kleine Kreuze an ihren Halsketten trugen. Bei ihrer Beerdigung pöbelten schiitische Jugendliche gegen die trauernde Christenfamilie: "Ihr seid amerikanische Spione! Das werden wir euch heimzahlen!"

 

RETTET DIE CHRISTEN AUS DER HÖLLE IRAK!

"Wir töten euch. Verschwindet!‘ Das habe ich per SMS bekommen. Wir Christen haben schreckliche Angst", sagt Rafael Yousif (40) aus dem irakischen Mosul. Die Todesdrohungen fanatischer islamischer Fundamentalisten, die auch auf Flugblättern kursieren, sind ernst gemeint. Ständig werden Christen Opfer gezielten Terrors: Sie werden bedroht, verschleppt, gequält und ermordet. Auch wenn verzweifelte Angehörige Lösegeld zahlen, bekommen sie ihr Familienmitglied sehr oft nicht mehr lebend zurück. Immer wieder werden Leichen Entführter bestialisch verstümmelt aufgefunden.

Ob Mann oder Frau, Kind oder Greis, Priester oder Nonne - Angehörige der christlichen Minderheit, der Assyro-Chaldäer, sind im mittleren und südlichen Irak nirgendwo mehr sicher. Christen werden auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule angegriffen, in ihren Wohnungen oder Läden überfallen. Hunderte wurden schon verschleppt, Mädchen und Frauen – sogar Nonnen – vergewaltigt.

Selbst islamische Geistliche schüren die Hetzjagd gegen Christen und fordern sie öffentlich zum Verlassen des Landes auf. So verlangte Imam Hatim Al Razak am 17. Mai 2007 von den Assyro-Chaldäern in Dora, einem Stadtteil von Bagdad, sie sollten zum Islam übertreten oder sofort gehen. Zuvor waren innerhalb von nur drei Wochen schon mindestens 150 assyro-chaldäische Familien geflüchtet, weil sie mit dem Tod bedroht worden waren.

Sprengstoffanschläge und Selbstmordattentate fordern fast täglich viele Opfer im Irak. Sie gehören allen Volksgruppen an. Für die Christen bedeutet der systematische Terror jedoch das Ende ihrer fast 2000-jährigen Geschichte in weiten Teilen des heutigen Irak. Von den früher rund 650.000 Assyro-Chaldäern wurden schon drei Viertel aus ihrer Heimat vertrieben. Voller Panik haben viele ihr Hab und Gut zurücklassen müssen. Geblieben sind nur diejenigen, die alt, krank oder schwach sind, kein Auto und oder kein Geld für die Flucht haben.

 

Bestialische Gewalt gegen Priester

Jeder christliche Geistliche muss ständig um sein Leben fürchten. Priester werden entführt, gefoltert und ermordet wie der syrisch-orthodoxe Pfarrer Paulos Iskandar von der Mar-Afram-Kirche in Mosul. Er wurde am 09. Oktober 2006 verschleppt. Verzweifelt versuchte seine Familie, sein Leben zu retten und erfüllte alle Forderungen der Entführer. Es gelang seinen Angehörigen sogar, das hohe Lösegeld zu sammeln. Und trotzdem wurde Pater Paulos 48 Stunden später enthauptet und seine Leiche grässlich verstümmelt. Arme und Beine waren vom Rumpf abgetrennt.

 

GfbV-Augenzeugenbefragung belegt: Christen im Irak werden systematisch terrorisiert

Die Situation der assyro-chaldäischen Christen im zentralen und südlichen Irak ist noch viel dramatischer als die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet hatte. Dies belegen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von assyro-chaldäischen Flüchtlingen durch unser GfbV-Team, die im bislang weitgehend sicheren – jedoch von Flüchtlingen überfluteten – nordirakischen Bundesstaat Kurdistan und in der angrenzenden Niniveh-Ebene Schutz gesucht haben. Die Niniveh-Ebene wird teilweise von Kurden und Einheimischen gesichert und zu großen Teilen von Christen bewohnt. Mehr als die Hälfte der rund 300 Befragten sagte aus, dass sie selbst oder Familienangehörige Ziel von Bombenattentaten, Misshandlungen, Folterungen, Entführungen, Vergewaltigungen und weiteren Menschenrechtsverletzungen geworden seien. Mehr als ein Drittel der Befragten hatte die Zerstörung ihrer Kirchen miterleben müssen. Aus Angst, dass eine Anzeige ohnehin nicht zu Gerechtigkeit führen würde, haben 218 Flüchtlinge Verbrechen gegen sich selbst oder ihre Familie nicht der Polizei gemeldet. 58 Befragte meinten, Sicherheitskräfte und arabische Milizen schützten die Betroffenen nicht, sondern seien in der Regel selbst an den Verbrechen beteiligt. Von der US-Armee sei kaum Schutz zu erwarten.

 

Bomben explodieren beim Gottesdienst

Arabische Islamisten haben auf 30 Kirchen aller christlichen Konfessionen im Irak Anschläge verübt. Einige dieser Gotteshäuser sind viele hundert Jahre alt. Für die Christen sind sie Teil ihrer Kultur, ihrer Heimat. Um möglichst viele Menschen zu treffen, greifen die Verbrecher während der Gottesdienste an. Es begann schon 2003: Ein Konvent in Mosul wurde mit Raketen beschossen. Man fand Sprengsätze in zwei Schulen, und Heiligabend wurde in Bagdad eine Kirche durch eine Bombenexplosion zerstört. Dutzende Gläubige starben im Sommer und Herbst 2004 bei Bombenattentaten auf insgesamt 18 Kirchen. Allein im Januar 2006 explodierten insgesamt sechs Autobomben vor Kirchen in Bagdad, Mosul und Kirkuk. Wieder kamen Unschuldige ums Leben. Gläubige wagen es nicht mehr, in die Kirchen zu gehen.

Farouk hat seinen Sohn auf dem Hof eines Krankenhauses in Mosul gefunden. Dort werden nicht identifizierte Leichen abgelegt. Ein Leichnam ohne Kopf war in ein Tuch gewickelt, das Farouk öffnete. An den Kleidern erkannte er Raymond. Weinend vor Trauer und Entsetzen umarmte der 66-Jährige den Körper seines ermordeten Sohnes. Da fiel etwas aus dem Tuch zu Boden. Es war Raymonds Kopf. Er arbeitete als Übersetzer für die Amerikaner und war assyro-chaldäischer Christ. Deshalb musste er sterben.

 

"Wenn wir den Mandaern, die doch unsere christlichen Vorfahren sind, nicht helfen, dann ist uns nicht mehr zu helfen."

 

Martin Walser in einem Schreiben an die Gesellschaft für die bedrohte Völker